"Nein!" sagen,  genügt nicht!

Die Parameter unserer Weltpolitik bedürfen einer grundlegenden Erneuerung!

.Gabriele Weis

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Erich Fried

Die Massnahmen

 

Die Faulen werden geschlachtet,
die Welt wird fleissig.
Die Hässlichen werden geschlachtet,
die Welt wird schön.
Die Narren werden geschlachtet,
die Welt wird weise.
Die Kranken werden geschlachtet,
die Welt wird gesund.
Die Traurigen werden geschlachtet,
die Welt wird lustig.
Die Alten werden geschlachtet,
die Welt wird jung.
Die Feinde werden geschlachtet,
die Welt wird freundlich.
Die Bösen werden geschlachtet,
die Welt wird gut.

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ALTERNATIVEN SIND ANGESAGT !

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ALTERNATIVEN OHNE

 

 

GLEICHUNGEN WIE DIESE: .

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...ohne die Lüge, ´Krieg als äußerstes Mittel´ sei etwas grundsätzlich anderes als die Formel vom ´Krieg als Fortsetzung der Politik´ !

 

...ohne die Lüge, es gäbe so etwas wie eine ´friedliche Entwaffnung´ von gefährlichen Diktatoren !  Und ohne die Lüge, es diene der Sicherheit, solche Entwaffnungen einzufordern !  Ohne die Lüge also, eine hinreichend geduldig aufrecht erhaltene ´Druckkulisse´ werde tatsächlich die gewünschten Entwaffnungen so weit befördern, dass die kriegerische Durchsetzung entsprechender Forderungen sich erübrige !

 

...ohne die Lüge, das Ziel ´Entwaffnung´ sei in Ordnung, nur eine bestimmte Auffassung dessen, was im Sinne dieses Zieles konsequentes Handeln sei, sei vom Übel !  Sind denn erzwungene Inspektionen und Waffenzerstörungsdiktate nicht hochgradig unfriedliche Aktionen  -  kein unmittelbarer Krieg zwar, aber möglicherweise schlimmer noch das Pflanzloch für den Kriegsbaum von morgen ?! 

 

...ohne die Lüge, Waffen in den Händen ´gerechter Staaten´ seien eine blanke Selbstverständlichkeit, erwachsen aus ihrem Recht auf Selbstverteidigung  -  Waffen in den Händen ´ungerechter Schurkenstaaten´ hingegen dürfe man nicht dulden !  Waffen, ganz gleich welcher Kapazität, sind nichts ´Gerechtes´ oder ´Gerechtigkeit Schaffendes´, nicht einmal dann, wenn sogenannte ´Waffengerechtigkeit´ herrschte, was außerhalb von geregelten Ritterturnieren ja wohl niemals der Fall ist !

 

...ohne die Lüge, ´Eindämmung´  (die mehr oder minder ´robuste´ Sanktionierung des Aufbaus und Einsatzes von Gewaltpotentialen durch Staaten mit kriegerischen Zielen)  sei ein probates Mittel der Friedenssicherung !

Und ohne die Lüge, gegen internationale Gewaltakts-Aspiranten oder -Exekutoren wie Hitler oder Stalin oder Saddam (oder Kim ?!?)  helfe nur Krieg  -  und dann besser ein früher als ein später ! 

 Und entsprechend ohne die Lüge, das Interventionsbeschlussrecht des UN-Sicherheitsrates sei ein globales Gewalttats- und Kriegseindämmungs-Instrument !  

 

...ohne die Lüge, es ließen sich tatsächlich weltweit wirksame Rüstungskontrollsysteme etablieren   -   und darauf habe die UNO ihr künftiges Hauptaugenmerk zu richten angesichts einer immer ungezügelteren weltweiten Ausbreitung schlimmster Massenvernichtungswaffen !  Im Entwaffnungsprozess, dem man den Irak unterworfen habe, habe man wichtige Instrumente für ein solches weltweites und zunehmend wirksam zu machendes Kontrollsystem zu entwickeln begonnen !

 

...ohne die Lüge, die Welt bedürfe zum Frieden so oder so immenser Machtbündelungen  -  sei es in Form einer ´Hypermacht´, sei es in Form von ´Machtgleichgewichten im Rahmen multipolarer Weltordnungen´, sei es in Form eines immer dynamischer zu realisierenden ´global government´!

 

...ohne die Lüge, möglichst unangreifbare Machtpositionen seien die alles entscheidende Grundlage individuellen wie kollektiven Überlebens !  Und ohne die Lüge, eine Rolle zu spielen, heiße ersten und letzten Endes, sich so zusammenzuschließen oder selbst so groß zu werden, dass man andere an etwas hindern oder sie zu etwas nötigen könne !

Ohne die Lüge also, wer staatlichen Spielraum behalten wolle, müsse heute noch mehr als früher ´Weltmachtpolitik´ betreiben !  Folglich müsse Europa sich endlich dazu aufraffen, sich zu einer in sich geschlossenen ´Weltmacht´ zu entwickeln  -  als stabilisierendes Gegengewicht zu den Aktionsradien anderer Weltregionen !  Das vor allem anderen schaffe ´Sicherheit´ !  

 

...ohne die Lüge, Demokratien  (wie die us-amerikanische oder die europäischen) betrieben, weil sie Demokratien seien, automatisch so etwas wie eine ´gerechte´ und demokratieentwicklungs-förderliche Weltpolitik !

 

...ohne die Lüge, es gäbe ´Gottesgeschenke´ wie das der freien Selbstbestimmung aus der Hand von Menschen bzw. Staaten !  Bzw. es gäbe ´zivilisatorische Errungenschaften´ jenseits vielfältigster Vorteilsnahmen, deren notfalls gewaltsame Verbreitung so etwas wie Geschenkcharakter besäße !  

Und nicht minder ohne die Lüge, nur wer den ´Missbrauch von Selbstbestimmung´ nicht dulde und ihn mit notfalls sogar ´äußersten´ Mitteln bekämpfe, halte am ´Wert´ dieses Gottesgeschenkes bzw. dieser zivilisatorischen Errungenschaft fest und sorge für seine bzw. ihre Annahme in aller Welt !

 

...ohne die Lüge, die Duldung von Gewalttaten ohne Gegengewalt sei ein Verbrechen, gewalttätige Gegenwehr oder gar vorbeugende Schläge hingegen gar ein ´Recht´ !

 

...ohne die Lüge, wir hätten bei allem, was wir tun und lassen, die Leiden und Bedürfnisse anderer auch nur ein einziges Mal genauso im Blick wie unsere eigenen, weshalb wir zuweilen in gleichsam ´höherem Recht´ unterwegs seien, was uns zu mehr berechtige als unsere ´egoistischeren´ Kontrahenten !

 

...ohne die Lüge, Pranger und Verurteilung seien tragende Pfeiler kollektiver Sicherheit in welchem Maßstab auch immer   -   bedienen sich doch sämtliche ´Falken´ und ´Tauben´ dieser Erde gerade auch in jedem kriegsrelevanten Konfliktfall vor allem anderen dieser beiden Mental-Waffen gleichermaßen !

 

...ohne die Lüge, Sicherheit, Frieden gar, sei um einen anderen Preis zu haben als den des Verzichts auf wieder und wieder mit den vielfältigsten Mitteln erzwungene Vorteilsnahme !

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WER SEIN HERZ NICHT VERSCHLIESST VOR DEM, WAS KRIEG BEDEUTET, 

 

DER KANN NOCH DEM ´CHIRURGISCHSTEN´ WAFFENGANG NICHTS ABGEWINNEN  -   SICH UND ANDERE MIT HILFE EINES SOLCHEN INSTRUMENTS NICHT SCHÜTZEN ODER BEFREIEN WOLLEN !

 

 

WER KRIEG NICHT WILL, DARF IHN NICHT SÄEN .

WIR ABER TUN ES UND VERSCHLIESSEN DIE AUGEN DAVOR .

 

Schlichter /  Blinde Macht, 1937

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DABEI IST DAS SAATGUT FÜR FRIEDEN NICHT TEURER ALS DAS FÜR DEN KRIEG:

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Beschränken wir endlich unsere Bereitschaft zum Einsatz von militärischer Waffengewalt tatsächlich auf die Abwehr von Angriffen !

 

Und beschränken wir unsere Verteidigungsbündnisse auf den Austausch entsprechenden Technologie-Know-Hows !

Lassen wir ab von der Kriegssaat internationaler Waffenhilfe- und ´-brüderschaft´!

Arbeiten wir daran, dass in unserer Region Bundeswehr, NATO und WEU sich allmählich auf eine solche Position hinbewegen !

 

Handeln wir es untereinander nicht als die Saat für neue Feindschaften, dass oder ob sich NATO- bzw. EU-Partner auf neue Parameter zubewegen oder lieber die alten weitertreiben !  Lassen wir die wechselseitigen Verurteilungen und gestehen einander zu, auch weiterhin gegenläufige Einsichten zu haben, gegenläufige Interessen zu verfolgen und entsprechend unterschiedlich zu handeln dort, wo wir Unterschiedliches sehen und wollen !

Begreifen wir, wie unfriedlich es ist, Einhelligkeit einzuklagen, wo Vielfalt ist !

Und begreifen wir die tiefe Unfriedlichkeit unserer wechselseitigen Vorwurfsrituale !

 

Verzichten wir ausdrücklich auf die Option vom Angriff als der besten Verteidigung und rüsten wir entsprechend ab !!

 

Verirren wir uns nicht länger in den Wahn, wir hätten unsere Verteidigungsmaßnahmen weltweit und nicht auf unsere jeweiligen Länder beschränkt zu treffen, weil wir nun einmal weltweite Interessen haben !  Verwechseln wir nicht länger unseren Anspruch auf Selbstverteidigung mit einem Recht zur notfalls militärischen Interessenwahrung !!

 

Legen wir der Welt offen, dass wir tatsächlich zu nichts als zur Abwehr in unserem eigenen Land gerüstet sind, das aber gut ! 

Gewinnen wir einander für eine solche Position, indem wir sie unter uns und im Austausch mit unseren Verbündeten wie mit der übrigen Welt entwickeln, eines Tages voll einnehmen und alle Welt dazu einladen !

 

Verzichten wir auf jede Art von internationaler Sanktionierungs- und Druckpolitik, den Anspruch zur Durchsetzung von ´Forderungen´, und werben wir für einen solchen Verzicht in aller Welt !

 

Hören wir auf, wieder und wieder in einer Politik der Forderungen und Verurteilungen unser innen- wie außenpolitisches ´Heil´ zu suchen, und finden wir zunehmend bewusst und produktiv zu einer Politik der Vorschläge, der Angebote und eines national, regional wie global ehrlich-verantwortlichen Agierens  -  nicht erst als Verhandlungsergebnis, sondern einfach von uns aus !

 

Sorgen wir dafür, dass auf unserem Boden niemand leichten Spielraum erhält, Hass zu säen und Anschläge vorzubereiten !

Sorgen wir dafür, dass jede Art von spezifisch waffentechnologischem Know-How-Austausch ausschließlich mit Partnern aus verteidigungspolitisch verbündeten Staaten erfolgt !

Sorgen wir dafür, Schritt für Schritt, dass von unserem Boden kein internationaler Waffenhandel mehr ausgeht und auch andere Staaten, insbesondere unsere Verbündeten sich dieser Praxis anschließen !

 

Sorgen wir  - endlich -  dafür, dass wir zunehmend mehr internationale Fairness zum Kriterium unseres Handelsrechts und -gebarens machen, national wie europäisch und am Ende weltweit !

Gehen wir mit unserer Sorge um die für uns überlebenswichtigen Energieressourcen mit aller Kraft endlich wirklich produktiv findig um, statt wie bisher vorwiegend ausbeuterisch und gewaltbereit !  Entdecken wie  d i e s e  Märkte und entwickeln sie, statt auf den vor lauter Ausgetretenheit Tag für Tag weiter wegbrechenden zu verharren!

 

Fangen wir neu an, zu erschrecken darüber, in welchem Maße wir tagtäglich  (insbesondere in der Art, wie wir, die selbsternannt ´zivilisierten´ Gesellschaften dieser Erde, unsere Unternehmen und unsere Interessenauseinandersetzungen  führen, national wie im Weltmaßstab )  allzu oft weder christlich noch aufgeklärt, sondern letztlich sozialdarwinistisch denken und operieren  -  und das gegen die hochschmerzhafte Erfahrung extremer Wirtschaftskrisen, zweier Welt- und ungezählter Kriege seither im Grunde ungebrochen  !

Hören wir auf damit, unsere Wirtschaft als Roulettespiel aufzuziehen, das Unzähligen an die Existenz geht !

Besinnen wir uns auf die Sicherheitsquelle schlechthin:  unsere Achtung vor der Fülle, Vielfalt und Kraft alles dessen, was Menschen füreinander haben, wenn man sie lässt und nach ihnen fragt !

 

Es gibt kein Licht ohne Schatten, auch keine Kultur.  

Begreifen wir und werben für ein solches Begreifen um uns herum, dass alles, was Mensch heißt, immer wieder dazu neigt, auf Schatten und Nacht (im unmittelbaren wie im bildlichen Sinne) mit den dunkelsten Phantasien zu reagieren, um dann diesen Phantasien in immer wieder eskalierendem Maße furchtbesetzt und voller Gier dunkle bis dunkelste Handlungen folgen zu lassen, die wiederum die einmal erwachten Schatten- und Nachtphantasien stets aufs Neue aktivieren, und so fort und so fort und so fort !

Begreifen wir und werben für ein solches Begreifen um uns herum, dass es überall auf der Welt gleichermaßen die Nachtgesichte von Verlust und Bedrohung, von Anspruch und Geltung, von Macht und Ohnmacht sind, über denen Menschen und Gesellschaften sich in den Wahn stürzen, auf (manchmal auch nur vermeintlich) dunkles Verhalten mit dunklem Verhalten antworten zu müssen !  Niemand, der sich dahin nicht oft und oft verirrte !

Begreifen wir aber auch und werben für ein solches Begreifen um uns herum, dass keinem Dunkel etwas anderes innewohnt als dem Licht, keiner Nacht etwas anderes als dem Tag !

Shalom !

Salam !

Friede !

Keine Kultur, die im vollen Licht dessen, wovon sie produktiv lebt, nicht wüsste, dass Frieden nur hat und hält, wer nicht rechtet, nicht kämpft, nicht zwingen will !

...die nicht wüsste, dass ohne den sogenannt ´bösen Nachbarn´ Frieden gar keine Kategorie wäre !

...die nicht wüsste, dass in jedem Friedensgruß ein Doppeltes begriffen liegt: das Aushalten der eigenen Dunkelheiten ebenso wie das Aushalten der Dunkelheiten dessen, über den man stolpert, der einen bedroht, mit dem man immer von neuem seinen Frieden zu machen hat, wenn man Frieden haben will und nicht Krieg !

...und die nicht wüsste, dass nicht Vorhaltungen uns Menschen aus unseren Verbissenheiten heraushelfen, sondern Einladungen und die Neugier auf fremde Eigenarten und Potentiale, und dass wir nicht über Vorschriften und Zwingherrschaften zu unseren besseren Möglichkeiten finden, sondern übers Mitteilen und Teilen in Nähe und Distanz !

...die nicht wüsste, dass wir überhaupt erst, wo wir teilen, unsere Güter wunderbar vermehren !

...und die nicht wüsste, dass das Dunkel des Verzichtes  - und sei es des Verzichtes auf ersehnte Machbarkeiten -  erheblich weniger Bedrängendes und Angst Einflößendes hat, weil weniger Zerstörerisches,  als das Dunkel so oder so erzwungener Verluste !

 

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Entwickeln wir die UNO 

zu einer Weltstaaten-Union 

ohne Interventionsrecht, 

also auch ohne Weltsicherheitsrat !

Schaffen wir uns mit einer neuen UN 

eine wirklich demokratische Weltlegislative 

auf der ausschließlichen Basis freier Achtung !

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-  eine Weltlegislative, die den Wald internationaler Regierungsorganisationen und -gipfel lichtet und Weltgrenzfragen, Weltrohstofffragen, Welthandelsfragen, Weltwährungsfragen, Weltschuld- und -aktienrechtsfragen, Weltumweltfragen und Weltzivilrechtsfragen ... endlich demokratisch und überschaubar berät und in Gesetzesform gießt !

-  unterlassen wir jedes Hinarbeiten auf ein Weltgewaltmonopol  -  es wäre immer nur kriegerisch auszuüben  !  

Überlassen wir die umsetzende Sanktionierung auch von Weltrecht ausschließlich den Nationen unmittelbar !  Die umsetzende Sanktionierungskraft internationaler Militäraktionen reicht mit Sicherheit nicht weiter ! 

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...hier ein Vorschlag für einen neuen Weltcharta-Ansatz:

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Aus der ´Logik´, einer von allen Beteiligten als jeweils  - militärstrategisch wie innenpolitisch -  ´nützlich´ eingeschätzten Eskalation der internationalen Konfliktlage im Jahre 1914 entstand der 1. Weltkrieg...

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-  eine bis heute zum Himmel schreiende Nützlichkeitserwartung!

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Aus der ´Logik´ eines verhängnisvoll kurzsichtigen Sicherheitsdenkens auf Seiten der Weltkriegssieger England und Frankreich entstand 1919/20 der Versailler Vertrag mit seinen Knechtungs- und Nation-Buildings-Aktionen in Europa und dem Vorderen Orient, seinen späteren beschwichtigungspolitischen Konsequenzen und den Spielräumen, die Bewegungen wie die faschistische und die nationalsozialistische vor allen anderen aus dieser Hypothek bezogen...und und und...

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-  Sicherheitsideen von atemberaubender Absurdität!

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Aus der ´Logik´ des antihegemonialistischen Kampfes gegen die menschenverachtende und -schindende deutsche, italienische und  japanische Expansionspolitik der 30er und 40er Jahre des 20. Jhds. entstand die ´Logik´ einer täglich waffenstarrenderen Welt im bipolaren Anziehungbereich zweier einander todfeindschaftlich gegenübertretender Supermächte, beide mit dem Anspruch, den Rest der Welt vor dem Übergewichtig-Werden der jeweils anderen Supermacht bewahren zu wollen wie zu sollen...und und und...

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-  ein antihegemonialistischer ´Erfolg´, der seinesgleichen sucht, in der Tat !...

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...  -  und ein ´Nichtkrieg im Auge eines ´Blocktaifuns´´, zusammengebraut aus den aberwitzigsten ´Befreiungsvorstellungen´ auf beiden Seiten,

dessen weltweite Menschen-Opfer

den furchtbaren Zahlen der Toten, Versehrten und Vertriebenen des 2. Weltkrieges mit seinen  ´Befreiungsleistungen´, in nichts nachstehen, diese sogar noch übertreffen dürften !!!!

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Aus der ´Logik´ der scheinbaren Möglichkeit einer unipolaren Weltordnung nach dem Zusammenbruch des östlichen Blockgefüges der 2. Hälfte des 20. Jhds. erwächst nun beides einmal mehr, nur exponentiell gesteigert: 

 

der  T r a u m , die Welt endlich effektiver als je zuvor ´befrieden´ und weiterentwickeln zu können...

 

...  -  wie die davon nicht abzukoppelnde   F u r c h t   vor der naturgemäßen Unzahl der ´Feinde´ eines solchen Traumes, ...

deren sich notfalls kriegerisch zu erwehren die Sicherheit der so Träumenden ebenso zu gebieten scheint wie es angeblich die Ideale vorgeben, an die diese ihre politische Identität gebunden sehen...

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Wieder und wieder sind es ´Logiken´ dieser und ähnlicher Art, aufgrund deren Kriege sich als angeblich unausweichlich erweisen.

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Der Irrwitz nicht erst im gegenwärtigen Irak-Konflikt:

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Die in der UNO versammelte Völkergemeinschaft, vertreten durch den Weltsicherheitsrat, ersatzweise auch nur durch einzelne Nationen (!?), stellen unter Verabsolutierung bestimmter Sicherheitsinteressen und/oder in schutzherrschaftlicher Anmaßung und Selbstüberschätzung unannehmbare Ultimaten und extrapolieren auf diese Weise ausschließlich zwei mögliche angebliche Konflikt-´Lösungen´: 

 

die der Erfüllung

oder

die der kriegerischen Erzwingung.

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In einer Politik dieser Art manifestiere sich

- so hat man es der rhetorischen Begleitmusik zur gegenwärtigen ´Druckkulissenpolitik´ zu entnehmen - 

 ein sogenannt ´verantwortungsethischer´ Umgang mit Weltsicherheitsproblemen von neuer Qualität.

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Denn man habe es zunehmend mit global gefährlichen politischen Gewaltanwendern  

-  mal vom Schlage eines Milosevic, mal von dem eines Bin Laden, mal von dem eines Saddam - zu tun,

denen gegenüber es vieler  Druck-, Erzwingungs- und (Selbst)Schutz-Instrumente bedürfe  bis hin zu Präventiv- bzw. Entwaffnungskriegen, wo nichts anderes mehr helfe.

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DIE ´VERANTWORTUNG´, DIE MAN DA INS FELD FÜHRT 

-  MIT WELCHEN HORIZONTEN VERBINDET SIE SICH?

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Es gilt als ´verantwortungs-ethisch fundierte Realpolitik´, immer zuerst und zuletzt mit Machtkategorien zu operieren, Interessen nicht einfach offen und im Wege weltweit gleichberechtigter Konkurrenz ins Spiel zu bringen, sondern sie abzusichern durch allerlei Machtmittel und macht(mittel)steigernde Bündnisse.

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Dagegen gilt es als ´gesinnungsethische Traumtänzerei´, den sicherheitsstiftenden Effekt von Machtmitteln und Bündnissen infrage zu stellen.

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Was aber ist der Impetus eines jeden Machtmittelerwerbs bis hin zu Bündnissen? 

Eine Philosophie des Kampfes, die angstverzerrte Vorstellung, die Macht des anderen sei unweigerlich gleichbedeutend mit der Ohnmacht des einen...:  

Sicher vor allfälliger Bedrohung durch fremde Macht sei nur der seinerseits Mächtigere  (wirtschaftlich wie militärisch)...

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Wer solchem Machtdenken folgt,  

- für soviel ´realpolitische´ Einsicht wird es im Gegensatz dazu ja wohl allmählich Zeit! -  

unterwirft sich und andere einer ständigen Hetze um absichernde Positionsgewinne oder die Abwendung etwaiger potentiell destabilisierender Positionsverluste. 

Er nimmt damit der Zahl und dem Umfang möglicher Bedrohungen jede Überschaubarkeit und vernebelt so den Blick auf die jeweiligen Problemkerne, die es auszuhalten gilt, wo man zu keinen Lösungen findet, statt sie per sogenannter ´ultima ratio´ gar via Krieg auf erweiterte Aktionsfelder zu verlagern, auf denen jeder, auf seine Bündnisse gestützt, für sich die besseren Karten liegen zu sehen meint...

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Wer wirklich Sicherheit  - Frieden gar -  will, und das sogenannt ´nachhaltig´,

der muss  - in höchstem Maße realpolitisch -  auf Machtmittelerwerb und -einsatz bewusst und ausdrücklich verzichten, ihn zumindest minimieren!

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Alles andere vergrößert das Problem, statt es abzubauen.

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Es gilt als ´verantwortungs-ethisch fundierte Realpolitik´, in aller Welt sogenannte befreundete Staaten und jenseits allfälliger Skrupel auch Unterdrücker-Cliquen aufzurüsten, wenn und solange es der Stabilisierung so oder so vorteilhafter Weltverhältnisse, dem sogenannten ´Weltfrieden´ also, dient..

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Dagegen gilt es als ´gesinnungsethische Traumtänzerei´,  den Regierungen dieser Welt nahe zu legen und sie dazu bewegen zu wollen, dass sie auf jede Form rüstungspolitisch gestützter Außenpolitik am besten zunehmend prinzipiell verzichten!

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Dabei ist es nicht erst in einer scheinbar unipolaren Welt so, dass diese Außenpolitik weltweit Cliquen an die Macht bringt, die nicht nur den von ihnen Unterdrückten, sondern eines Tages auch ihren rüstungspolitischen Förderern gefährlich werden...

- auch für diese ´realpolitische´ Einsicht wird es allmählich Zeit! - 

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(Saddam wie die Taliban Afghanistans und viele viele mehr waren und sind hochexplosive Verkörperungen der Resultanten einer solchen Politik!)

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Es gilt als ´verantwortungs-ethisch fundierte Realpolitik´, Unsicherheitslagen in der eigenen Region mit ihren friedensgefährdenden Folgeverwerfungen dadurch vorzubeugen oder entgegenzuwirken, dass man im Zweifelsfalle sogar militärisch dafür Sorge trägt, dass einem lebenswichtige Vorteile auch in weit entfernten Weltteilen erhalten bleiben, man gar neue hinzugewinnt.

(Die Verteidigung der Sicherheit Deutschlands  und  Europas habe heute u.a. am Hindukusch zu erfolgen!)

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Dagegen gilt es als ´gesinnungsethische Traumtänzerei´, darauf hinzuweisen, dass ein ebenso protziges wie angstbesetztes Festhalten-Wollen an bereits allzu lange seitens der industrialisierten Welt eingesetzten und vielfältig problematischen Vorteilsnahme-Praktiken  j e d e m   Sicherheitsinteresse von Tag zu Tag mehr zuwiderläuft.

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Wer davon ausgeht, dass er für sozialen Frieden und Sicherheit vor internationalen Gewaltakten in seiner eigenen Gesellschaft nur sorgen könne, wenn und solange er andere Gesellschaften zu zwingen vermöge, ihm so zu begegnen, dass er sich alle Güter beschaffen könne (´Sicherheit´ eingeschlossen), die das Volk, das er vertritt, erstrebe, ...

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...der will Vorrecht, statt Recht, ...

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...der wird für andere zum Feind und provoziert Feindseligkeit...

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  -  ganz gleich ob er das im Interesse einer demokratisch organisierten Gesellschaft oder im Interesse einer so oder so totalitären Unterdrücker- oder Globalterroristen-Clique tut!

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Wer es mit Gewaltakten gegen seine eigene Gesellschaft zu tun bekommt, die vom ´Hindukusch´ oder sonst einer entfernten Weltregion, von ´Schurkenstaaten´ wie dem Irak gar,  ausgehen,

sollte soviel ´realpolitische´ Wahrnehmungskraft entwickeln,

dass er solche Gewaltakte in ihren wesentlichen Bezugskernen auch und nicht zuletzt als Resultanten seiner eigenen weltweiten Anspruchsaktivitäten begreift.

Nicht die persönliche ´politisch-religiöse Glaubwürdigkeit´ oder sogenannte ´Bosheit´ der Akteure ist doch das Entscheidende,

sondern die Probleme,

ohne die es

mittlerweile im Weltmaßstab zu fürchtende Gewaltakte auf der Basis zunehmend leicht zugänglicher Massenvernichtungswaffen

gar nicht erst gäbe!

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Es besteht in der Tat ´Verantwortung´!

Ihre Teilbarkeit zu postulieren, ist ´real´, gewiß:  alle tun es und nennen auch eine weitgehend skrupellose Vorrangsverpflichtung den eigenen Leuten gegenüber ´verantwortungsethisch´ legitimiert...

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Was dabei heraus kommt, ist gleichwohl nicht minder ´real´:  viele von denen, für die man weltweit dauerhaft nichts als vorwiegend schäbige Antworten bereit hat, viele von den scheinbar wohlfeil von der eigenen Verantwortung Ausgenommenen, werden ein solches Ausgenommen-Werden je länger je mehr als gewalttätig erleben und sich ihrerseits mit Gewaltansprüchen und -akten zu ´Wort´ melden, um Antworten auch für sich einzuklagen, mit denen sich leben lässt, statt bloß zu vegetieren oder gar zu verrecken...

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Ist, wer das endlich gesehen und berücksichtigt haben will, tatsächlich ein ´gesinnungsethischer Traumtänzer´?!

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Es gilt als ´verantwortungs-ethisch fundierte Realpolitik´, sich unter Einsatz aller nur denkbaren Waffen davor zu schützen, dass andere einen angreifen oder erpressen.

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Dagegen gilt es als ´gesinnungsethische Traumtänzerei´, darauf zu verweisen, dass ein solcher Selbstschutzanspruch bisher noch immer auch zum tatsächlichen Einsatz selbst  furchtbarster Massenvernichtungs-Waffen geführt hat ...

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... -  und das unabhängig davon, ob ein demokratisches oder ein diktatorisches Regime über sie verfügte!

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.(Jüngstes Beispiel: die US-Produktion von Waffen aus Uranabfällen und ihr Einsatz im 1990er Golfkrieg und im Kosovo  ...  (>rund 180000 u.a. daher folgeerkrankte US-Golfkriegsveteranen bis 1998 und rund 2000 Folge-Frühtode unter ihnen), von den entsprechend Versehrten in der irakischen Bevölkerung ganz zu schweigen oder den in die Hunderttausende gehenden Folge-Toten der durch Bomben und Embargo täglich schlimmer zum Erliegen gebrachten Wirtschaftskraft des Landes)  -  wirklich weniger skrupellos als Saddams wiederholter innen- wie außenpolitischer Chemiewaffen-Einsatz und andere seiner Untaten?!)

 

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Wer Krieg als letzte politische Option propagiert und sich dafür rüstet, wird sich selbst derartige Waffeneinsätze immer vorbehalten und diesen Vorbehalt als ´verantwortungsethisch´ legitimiert ausgeben (das war mit der Atombombe so und mit agent orange und mit napalm und mit...)...

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...  -  nicht weniger als er die Forderung, der  - natürlich immer ´ungerechtere´ -  ´Feind ´dürfe ein Gleiches nicht für sich beanspruchen, zur ´verantwortungsethisch´ begründeten Pflicht erklärt...

Alles andere laufe auf eine ethisch nicht verantwortbare Politik der Schwäche hinaus.

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Gegenfrage:

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Gäbe es wirklich keine andere Stärke als die  der Vorrechte und des Waffenübergewichts?

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Gäbe es wirklich nur die Stärke so oder so überlegener Bedrohungs- und Zwingkraft?

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Weil es angesichts existentieller Bedrohungen ums Überleben gehe und nicht ums Leben?

Weil es letztendlich doch so etwas gäbe wie lebenswertes oder eben wertloses Leben  -  ´lieber tot als ...´?!

Man den Überlebenden die Antwort vom Wert ihres Lebens schulde?

Für die auf der Strecke Gebliebenen hingegen gäbe es nun einmal nur die Antwort vom Wert ihres Todes und ihrer Versehrung?

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Wer lieber tot sein will, als irgendwie unterdrückt, der mache seinem eigenen Leben ein Ende, statt nicht allein mit seinem eigenen, sondern auch noch in weiter Überzahl mit dem Leben all derer zu spielen, die lieber unterdrückt leben als gar nicht mehr!  

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Nur für  wenige Profiteure nämlich ist Krieg noch jedes Mal das erwünschte Gewinnspiel gewesen, für alle anderen ist und bleibt Krieg die schlimmste aller Katastrophen, ganz gleich unter welchen Rechtsvorstellungen und Zielsetzungen er ins Werk gesetzt wird!

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Es gilt als ´verantwortungs-ethisch fundierte Realpolitik´, mit dem unhinterfragten Anspruch zu operieren,

dass weder allen Menschen noch allen Staaten dieser Welt vergleichbare  auch militärische Optionen für die Durchsetzung ihrer politischen Ziele zuzugestehen seien. 

Sogenannte ´Schurken´ und ´Schurkenstaaten´ sollen keine  militärischen Optionen haben dürfen, die denen anderer  - ´gerechterer´ -  Staaten vergleichbar wären.

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Dagegen gilt es als ´gesinnungsethische Traumtänzerei´, darauf zu verweisen, dass  ´Schurken´ und ´Schurkenstaaten´ um so mehr in den Besitz gerade auch der schlimmsten Waffen zu kommen trachten werden, je gerüsteter die auftreten, gegen die sie sich durchsetzen wollen...

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  -  eine Spirale ohne Ende, solange man Interessenunterschiede und Gewaltaktionen im Konfliktfall nicht anders zu beantworten sich vorbehält als letztendlich doch mit Gewalt.

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.Einem ´Schurken´ zu untersagen, was alle ´Nicht-Schurken´ an vereinbarte und für alle gleichermaßen geltende Erzwingungsinstanzen abgegeben haben, Gewaltrechte nämlich, funktioniert doch nur,

wo solche Erzwingungsinstanzen auch tatsächlich und integer existieren.  Innergesellschaftlich tun sie das zuweilen auf unserem Globus, in unseren Breiten sogar meist recht gut.

 

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Ob es dergleichen im Weltmaßstab geben kann und soll,

ist allerdings bisher noch keineswegs politisch definitiv abgeklärt und in entsprechende organisatorische Formen gegossen! 

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-  Die derzeitige UNO jedenfalls fußt noch längst nicht auf hinreichend tragfähigen Konstruktionselementen, um als entsprechend weltweit akzeptable Erzwingungsinstanz für Regime-Wechsel und -Entwaffnungen zu fungieren...!

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- wie sollte sie auch?

Polizeieinsätze gegen Verbrecher und Verbrecher-Syndikate sind schließlich etwas völlig anderes als Regime-Entsetzungs- bzw. Entwaffungskriege!

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.Und ob bereits Embargo, erst recht aber Krieg 

- das, was Krieg für Millionen von Zivilisten und Soldaten auf allen Seiten tatsächlich bedeutet !!! - ,

selbst wenn er sein ´verantwortungsethisch´ etabliertes Entmachtungs-Ziel erreichte,

auch nur näherungsweise gerechtfertigt sein kann,

das muss doch wohl mit Blick auf die Opferberge durchweg aufs Intensivste bezweifelt werden!

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Solange es also eine solche international vereinbarte und integer organisierte Erzwingungsinstanz weder gibt, ...

...sie auch nur um den Preis von unendlichen Menschenopfern geben könnte,...

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... ist jedes auf erzwungene internationale Entwaffnungen setzende sicherheitspolitische Bestreben und Agieren:

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-   zumindest unlauter (der Maßstabs-Ungerechtigkeiten wegen, auf denen es fußt),

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-  es ist sogenannt ´friedlich´ schon logisch nicht möglich (denn es ist seinerseits ein unfriedlicher Akt:  Zwang ist nicht friedlich), 

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-  es ist völlig unrealistisch hinsichtlich der Durchsetzbarkeit irgendwelcher Vollständigkeitsforderungen, wie sie die UN-Resolutionen gegen den Irak erheben (denn der Preis ist Selbstaufgabe, er wird so gut wie nie gezahlt werden, ohne Kriegsbereitschaft ist eine solche Forderung nichts als Papier, also unsinnig),

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-  und das Schlimmste:  es negiert die Menschenwürde bzw. Mitgeschöpflichkeit derer, denen man nicht die gleiche irrtumsanfällige Interessenverbissenheit zugesteht wie sich selbst  -  schließlich ist und bleibt gewaltbereiter Durchsetzungswille, was er ist:  einfach nicht adelungsfähig, auch nicht durch das angeblich hehrste Ideal dieser Welt!

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Wer die Entwaffnung gefährlicher Regime und internationaler Terrororganisationen erzwingen will, muss moralisch und politisch scheitern, selbst wenn er am Ende großartig aufgestellter ´Druckkulissen´ scheinbar ´erfolgreich´ zum ´äußersten´ Mittel eines (wenn einmal angedrohten, dann auch zu führenden) ausdrücklichen Entwaffnungskrieges gegriffen haben sollte.

Denn er belastet das auf diesem Wege erzeugte anschließende Nation-Buildings-Erfordernis durch die nicht wiedergewinnbare Integrität seines Vorgehens und provoziert damit dessen mögliches Scheitern mit all seinen absehbaren Folgeverwerfungen.

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Ja, er setzt über das von ihm (einmal mehr kriegerisch) und von außen erzeugte Nation-Buildings-Erfordernis offenbar unbelehrt zur leicht abgewandelten Wiederholung jener weltorganisatorischen Projektidee an, die seit 1920 für die damals noch kolonialistischen ´Mutter´- und ´Mandats´-Länder zunehmend handlungsleitend wurde (bis zum formalen Abschluss eines ausdrücklichen Dekolonisationsprozesses in den 80er Jahren des 20. Jhds.):   diese Projektidee aber ist mehr als nur einmal in erschreckendem Umfang gescheitert und erzeugt überdies bis heute  - u.a. im Vorderen Orient -  die fatalsten Verwerfungen!

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Projektideen wie diese gerade auch mit ihren jüngsten Erzwingungsansprüchen im Bereich der furchterregendsten Massenvernichtungswaffen befördern allenfalls eines:  den internationalen Waffenhandel und die Rüstungsindustrien dieser Erde!

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Wer immer auf dieser Erde der Verbreitung und Anhäufung ´einfacher Rüstungsgüter´ wie schlimmster Massenvernichtungswaffen entgegenwirken will, muss scheitern, solange er selbst an der Rüstungsspirale mitdreht und gleichzeitig andere bestimmten Einschränkungen im weltweiten Rüstungskarussell unterwerfen will!

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Ein sogenanntes ´Gleichgewicht des Schreckens´ war vielleicht gerade mal ´im Auge des Blocktaifuns der 2. Hälfte des 20. Jhds.´ eine noch dazu mehr als begrenzte ´Realität´.

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´Schreckensgleichgewichte´ der aus den Zeiten des Ost-West-Konfliktes sattsam bekannten Art, ja welcher Art auch immer, setzten sämtlich eine erneut in neue Blöcke feindlich auseinanderdriftende Welt mit realistischerweise z.T. erheblichen Vasallitätsstrukturen und vor allem auch mit enormen Kriegsgefahren (!!!)  voraus...

-  ein Weltordnungsmodell, das ja wohl in ´verantwortungsethischem´ Ernst keiner anzielen kann!

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Ein ´Übergewicht des Schreckens´,  nun aber erzwungenermaßen exklusiv in den Händen sogenannter ´zivilisierter´ Staaten konzentriert, hat hingegen in gar keiner Hinsicht eine auch nur ansatzweise ´reelle´ Chance  -  darüber sollte sich niemand hinwegtäuschen:

In einer globalisierten Welt , wie jener, in die wir derzeit hineinstolpern, lassen sich  ´Abschreckungseffekte´ durch welche Rüstungspotentiale auch immer von keiner Seite mehr wirklich realisieren  -  weder durch eine Führungsweltmacht allein noch durch eine Gruppe von Führungsweltmächten noch durch eine sich nach wie vor vorherrschaftsstabilisierend im Dienste Weniger organisierende Völkergemeinschaft!

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Die dauerhafte Etablierung eines zwingherrschaftlichen Rüstungs- und Kriegsführungspotentials exklusiv in den Händen weniger Staaten, das groß genug wäre, an genügend vielen Enden der Erde nicht nur kriegführenden, sondern auch terroristisch agierenden Gewalttätern bereits im Ansatz sämtliche Spielräume militärisch so zu beschneiden, dass sich alle Unzufriedenen abschrecken ließen, ihren Ziele entsprechend kriegerisch realisieren zu wollen, bliebe selbst bei phänomenalstem Aufwand ein Ding der Unmöglichkeit:  

es fände selbst bei bester Absicht und lauterstem Vorgehen (??) nie jenes Maß an weltumspannender Akzeptanz, das der Vielfalt dieser Welt in einer Weise gerecht zu werden vermöchte, dass sich Formen kriegerischen oder terroristischen Aufbegehrens etwa erübrigten  -  ganz im Gegenteil!

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Mit keiner militärischen Karte ist also auch nur ansatzweise Sicherheit davor zu gewinnen, dass sich der weltweite Waffen- und auch der entsprechende Massenvernichtungswaffenbesitz unaufhaltsam weltweit ´demokratisiert´!

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Im Gegenteil!

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Das Bestreben, mit dem Aufbau von global aktionsfähigen Eingriffsstreitkräften einen ´wirksamen´ Schutz zu erzielen gegen eine wachsende Zahl von global wirksamen Gefährdungen aus der Vielzahl der Spannungsherde dieser Welt, wird uns als eine der schlimmsten Illusionen des jüngsten Jahrzehnts unserer Geschichte noch lange beschäftigen...

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Denn es absorbiert alle die Kräfte, die wir aufbringen könnten und müssten, um der Not hinter diesen Gefährdungen beizukommen, statt Not durch Not verdrängen zu wollen - in der aberwitzigen Hoffnung, das erhöhe unsere Sicherheit!

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Es beflügelt darüber hinaus das allseitige Aufrüsten und sät zugleich jenen Hass, ohne den die Gefährdung erst gar nicht zustande gekommen wäre!

 

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© gabriele weis, heidelberg im märz 2003

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